Ich bin übersiedelt

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Mein Blog hat eine neue Adresse: www.medienzukunft.info.

Ich freue mich über einen Besuch.

Gerhard Rettenegger

Die Zukunft der Nachrichten

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In einer Publikation über die Zukunft der Nachrichten geht die weltweit agierende Public-Relations-Agentur Porter Novelli der Frage nach, was wohl aus dem Journalismus werden wird, wenn im Internet jeder die Möglichkeit hat zu publizieren.

Zumal die Erlöse aus dem werbe-basierten Geschäftsmodell (Werbung finanziert redaktionelle Arbeit und Vertrieb) von Jahr zu Jahr schrumpfen. In den Vereinigten Staaten ganz besonders, aber auch die Medienwelt in Europa bleibt nicht verschont von dieser Entwicklung, dass nämlich die Werber im Internet die redaktionellen Inhalte nicht mehr benötigen, um ihre Botschaft an die potenziellen Kunden zu bringen.

Gleichzeitig bekommen die Internetuser die Nachrichten kostenlos und die überwältigende Mehrheit von ihnen denkt nicht daran, für diese Informationen zu bezahlen. Porter Novelli versucht auf 36 Seiten die Zukunft des Nachrichtengeschäfts und den neuen Typ des Journalisten zu skizzieren:

„They may be individuals, groups of individuals or organizations. They won’t have the legacy costs of printing presses, pension schemes, big buildings to maintain and shareholders to satisfy. They will have the expertise and the credibility to source news stories directly and/or verify contributed sources. They will have the authority to contract their services to traditional news organizations, to corporations and other organizations, or to market them direcdy. And they will have the skills and the savvy to attract the attention of people that matter to them, whether
it’s niche audiences or the mass market.“

Multimediale Chronologie der Krise

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Die Nachrichtenagentur Reuters bietet auf Ihrer Website unter dem Titel „Times of Crisis“ ein beeindruckendes, multimediales Web-Dossier zur globalen Wirtschaftskrise an.

Seit am 15. September 2008 die Investmentbank „Lehmann Brothers“ Konkurs angemeldet hat, haben Firmenpleiten, Kursstürze an den Börsen, Arbeitslosigkeit, staatliche Hilfen, und vieles mehr die Berichterstattung geprägt. In einem solchen Ausmaß, dass selbst Interessierte den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Wann geschah was im zeitlichen Ablauf dieses weltweiten Wirtschaftsabschwungs?

„Times of Crisis“ hilft die Übersicht zu behalten. Agenturmeldungen, Texte, Fotos und Videos sind chronologisch angeordnet. Die umfangreichen Web-Applikation lässt sich über einen Kalender und Filter (Geld, Hilfsmaßnahmen, Arbeit, …) navigieren.

Reuters ist mit „Times of Crisis“ein gutes Anwendungsbeispiel gelungen, wie die ureigenen Möglichkeiten online zu berichten (non linear, multimedia, interaktiv) helfen, eine der wesentlichen Aufgaben im Journalismus zu erfüllen: Daten und Fakten nicht nur aktuell berichten, sondern Daten und Fakten für den User aufbereiten und Zusammenhänge herstellen.

Podcasts auf dem Handy vorgespielt

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Der Audio-Dienstleister Yasssu (ja, die drei „s“ sind richtig) bietet zwar keine neuen, originären journalistischen Inhalte, aber er leistet einen recht pfiffigen Beitrag zur Anstrengung, Inhalte in möglichst vielen Vertriebskanälen an den Medienkonsumenten zu bringen: Der Anwender kann sich Podcasts mit Nachrichten aus vielfältigen Bereichen wie Politik, Wirtschaft, Technologie oder Sport individuell zusammenstellen und auf dem Mobiltelefon abhören.

Der Infojunkie wird die Möglichkeit zu schätzen wissen: in einer Pause zwischen zwei – sagen wir – Besprechungen kann er sich mit den Informationen seiner Wahl auf dem Laufenden halten. Das zuvor ausgewählte Portfolio lässt sich über die Handytasten umfassend steuern.

Angebote von A wie Al Jazeera (Zehn Podcasts) oder ARD (208 Podcasts) über ORF (79 Podcasts) bis ZDF (21 Podcasts) stehen allein im News-Sortiment zur Auswahl. Viele davon sind Video-Podcasts. Werden sie ausgewählt und über Telefon abgerufen, dann ist natürlich nur der Beitragstext zu hören. Über „Yasssu mobil“ (oder auf dem PC) lässt sich über einen Internetzugang auch die optische Komponente der Videopodcasts konsumieren.

Die Betreiber von yasssu.com wollen mit ihrem Service auch Geld verdienen. Daher lassen sich in der kostenlosen Version des Dienstes nur drei unterschiedliche Podcasts ins eigene Portfolio laden. Diese und andere einschränkungen fallen mit „Yasssu premium“, das mit 3,90 Euro pro Monat zu buche schlägt.

Zukunft des Journalismus

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Die Medien steckten nicht in einer kurzfristigen Wirtschafts-, sondern in einer weltweiten Strukturkrise. Davon berichtet der freie Journalist Richard Gutjahr den Zuhörern in seinem Vortrag über die Zukunft des Journalismus im Social Media Club München.

Ausgehend vom Zeitungssterben in den USA fasst Gutjahr die inzwischen vielfach publizierten Gründe für die Medienkrise zusammen und stellt fest: „Das Geschäftsmodell der Zeitungen, aber auch das der elektronischen Medien, einer reinen Refinanzierung durch Spots und Anzeigen, hat sich überlebt.“ Gutjahrs Fazit aus eigener Erfahrung:

  1. Die klassischen Medien müssen wieder lernen, zu kommunizieren. Ausgerechnet die Kommunikations-unternehmen scheinen mit der Kommunikation die meisten Schwierigkeiten zu haben. Mit Kommunikation meine ich zwei Dinge: die Ansprache (und zwar dort, wo die Menschen sind – also auch, und immer mehr im Netz) aber eben auch das Zuhören. GfK-Einschaltquoten und Hörfunkanalyse schön und gut, wir müssen den direkten Draht zu unserem Publikum herstellen, in einen ernst gemeinten, unmittelbaren Dialog mit ihm treten – und das auf Augenhöhe. Hierzu müssen wir gar nichts neu erfinden: ein Anfang wären simple Talkback- und Bewertungsmöglichkeiten für unsere Programme oder Sendungen; das Internet mit seinen Social-Media-Funktionen bietet alles, was wir dazu benötigen.
  2. Um das zu erreichen, dürfen wir keine Angst davor haben, loszulassen. Sender- und Verlage sollten lernen, ein Stück Kontrolle über ihre Marke abzugeben. Den Zugang zu Quellen und Ressourcen zu teilen; mit den eigenen Mitarbeitern, aber auch mit den Nutzern. Nur wer das Gefühl hat, an einem Produkt partizipieren zu können, wird bereit sein, es in sein Lebens-Werteportfolio zu integrieren – es weiterzuempfehlen bzw. es unter Umständen anderen gegenüber sogar zu verteidigen.
  3. Um das zu erreichen, dürfen wir keine Angst davor haben, loszulassen. Sender- und Verlage sollten lernen, ein Stück Kontrolle über ihre Marke abzugeben. Den Zugang zu Quellen und Ressourcen zu teilen; mit den eigenen Mitarbeitern, aber auch mit den Nutzern. Nur wer das Gefühl hat, an einem Produkt partizipieren zu können, wird bereit sein, es in sein Lebens-Werteportfolio zu integrieren – es weiterzuempfehlen bzw. es unter Umständen anderen gegenüber sogar zu verteidigen.

Zur gekürzten Textfassung des Vortrags.

Videomitschnitt des Vortrags.

Qualitätsjournalismus?

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Auch in diesem Blog ist viel die Rede von Qualitätsjournalismus. Der Realitätscheck ernüchtert – dem Fallbeispiel von Stefan Niggemeier ist nichts hinzuzufügen.

Situation der Medien in den USA – dramatisch

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Das „Pew Research Center’s Project for Excellence in Journalism“ hat die 6. Ausgabe seines Berichts über die „Gesundheit und den Zustand des amerikanischen Journalismus“ veröffentlicht. Eindeutig, dramatisch, lesenswert.

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