Die Medien steckten nicht in einer kurzfristigen Wirtschafts-, sondern in einer weltweiten Strukturkrise. Davon berichtet der freie Journalist Richard Gutjahr den Zuhörern in seinem Vortrag über die Zukunft des Journalismus im Social Media Club München.

Ausgehend vom Zeitungssterben in den USA fasst Gutjahr die inzwischen vielfach publizierten Gründe für die Medienkrise zusammen und stellt fest: „Das Geschäftsmodell der Zeitungen, aber auch das der elektronischen Medien, einer reinen Refinanzierung durch Spots und Anzeigen, hat sich überlebt.“ Gutjahrs Fazit aus eigener Erfahrung:

  1. Die klassischen Medien müssen wieder lernen, zu kommunizieren. Ausgerechnet die Kommunikations-unternehmen scheinen mit der Kommunikation die meisten Schwierigkeiten zu haben. Mit Kommunikation meine ich zwei Dinge: die Ansprache (und zwar dort, wo die Menschen sind – also auch, und immer mehr im Netz) aber eben auch das Zuhören. GfK-Einschaltquoten und Hörfunkanalyse schön und gut, wir müssen den direkten Draht zu unserem Publikum herstellen, in einen ernst gemeinten, unmittelbaren Dialog mit ihm treten – und das auf Augenhöhe. Hierzu müssen wir gar nichts neu erfinden: ein Anfang wären simple Talkback- und Bewertungsmöglichkeiten für unsere Programme oder Sendungen; das Internet mit seinen Social-Media-Funktionen bietet alles, was wir dazu benötigen.
  2. Um das zu erreichen, dürfen wir keine Angst davor haben, loszulassen. Sender- und Verlage sollten lernen, ein Stück Kontrolle über ihre Marke abzugeben. Den Zugang zu Quellen und Ressourcen zu teilen; mit den eigenen Mitarbeitern, aber auch mit den Nutzern. Nur wer das Gefühl hat, an einem Produkt partizipieren zu können, wird bereit sein, es in sein Lebens-Werteportfolio zu integrieren – es weiterzuempfehlen bzw. es unter Umständen anderen gegenüber sogar zu verteidigen.
  3. Um das zu erreichen, dürfen wir keine Angst davor haben, loszulassen. Sender- und Verlage sollten lernen, ein Stück Kontrolle über ihre Marke abzugeben. Den Zugang zu Quellen und Ressourcen zu teilen; mit den eigenen Mitarbeitern, aber auch mit den Nutzern. Nur wer das Gefühl hat, an einem Produkt partizipieren zu können, wird bereit sein, es in sein Lebens-Werteportfolio zu integrieren – es weiterzuempfehlen bzw. es unter Umständen anderen gegenüber sogar zu verteidigen.

Zur gekürzten Textfassung des Vortrags.

Videomitschnitt des Vortrags.

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