Podcasts auf dem Handy vorgespielt

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Der Audio-Dienstleister Yasssu (ja, die drei „s“ sind richtig) bietet zwar keine neuen, originären journalistischen Inhalte, aber er leistet einen recht pfiffigen Beitrag zur Anstrengung, Inhalte in möglichst vielen Vertriebskanälen an den Medienkonsumenten zu bringen: Der Anwender kann sich Podcasts mit Nachrichten aus vielfältigen Bereichen wie Politik, Wirtschaft, Technologie oder Sport individuell zusammenstellen und auf dem Mobiltelefon abhören.

Der Infojunkie wird die Möglichkeit zu schätzen wissen: in einer Pause zwischen zwei – sagen wir – Besprechungen kann er sich mit den Informationen seiner Wahl auf dem Laufenden halten. Das zuvor ausgewählte Portfolio lässt sich über die Handytasten umfassend steuern.

Angebote von A wie Al Jazeera (Zehn Podcasts) oder ARD (208 Podcasts) über ORF (79 Podcasts) bis ZDF (21 Podcasts) stehen allein im News-Sortiment zur Auswahl. Viele davon sind Video-Podcasts. Werden sie ausgewählt und über Telefon abgerufen, dann ist natürlich nur der Beitragstext zu hören. Über „Yasssu mobil“ (oder auf dem PC) lässt sich über einen Internetzugang auch die optische Komponente der Videopodcasts konsumieren.

Die Betreiber von yasssu.com wollen mit ihrem Service auch Geld verdienen. Daher lassen sich in der kostenlosen Version des Dienstes nur drei unterschiedliche Podcasts ins eigene Portfolio laden. Diese und andere einschränkungen fallen mit „Yasssu premium“, das mit 3,90 Euro pro Monat zu buche schlägt.

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Zukunft des Journalismus

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Die Medien steckten nicht in einer kurzfristigen Wirtschafts-, sondern in einer weltweiten Strukturkrise. Davon berichtet der freie Journalist Richard Gutjahr den Zuhörern in seinem Vortrag über die Zukunft des Journalismus im Social Media Club München.

Ausgehend vom Zeitungssterben in den USA fasst Gutjahr die inzwischen vielfach publizierten Gründe für die Medienkrise zusammen und stellt fest: „Das Geschäftsmodell der Zeitungen, aber auch das der elektronischen Medien, einer reinen Refinanzierung durch Spots und Anzeigen, hat sich überlebt.“ Gutjahrs Fazit aus eigener Erfahrung:

  1. Die klassischen Medien müssen wieder lernen, zu kommunizieren. Ausgerechnet die Kommunikations-unternehmen scheinen mit der Kommunikation die meisten Schwierigkeiten zu haben. Mit Kommunikation meine ich zwei Dinge: die Ansprache (und zwar dort, wo die Menschen sind – also auch, und immer mehr im Netz) aber eben auch das Zuhören. GfK-Einschaltquoten und Hörfunkanalyse schön und gut, wir müssen den direkten Draht zu unserem Publikum herstellen, in einen ernst gemeinten, unmittelbaren Dialog mit ihm treten – und das auf Augenhöhe. Hierzu müssen wir gar nichts neu erfinden: ein Anfang wären simple Talkback- und Bewertungsmöglichkeiten für unsere Programme oder Sendungen; das Internet mit seinen Social-Media-Funktionen bietet alles, was wir dazu benötigen.
  2. Um das zu erreichen, dürfen wir keine Angst davor haben, loszulassen. Sender- und Verlage sollten lernen, ein Stück Kontrolle über ihre Marke abzugeben. Den Zugang zu Quellen und Ressourcen zu teilen; mit den eigenen Mitarbeitern, aber auch mit den Nutzern. Nur wer das Gefühl hat, an einem Produkt partizipieren zu können, wird bereit sein, es in sein Lebens-Werteportfolio zu integrieren – es weiterzuempfehlen bzw. es unter Umständen anderen gegenüber sogar zu verteidigen.
  3. Um das zu erreichen, dürfen wir keine Angst davor haben, loszulassen. Sender- und Verlage sollten lernen, ein Stück Kontrolle über ihre Marke abzugeben. Den Zugang zu Quellen und Ressourcen zu teilen; mit den eigenen Mitarbeitern, aber auch mit den Nutzern. Nur wer das Gefühl hat, an einem Produkt partizipieren zu können, wird bereit sein, es in sein Lebens-Werteportfolio zu integrieren – es weiterzuempfehlen bzw. es unter Umständen anderen gegenüber sogar zu verteidigen.

Zur gekürzten Textfassung des Vortrags.

Videomitschnitt des Vortrags.