Qualitätsjournalismus?

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Auch in diesem Blog ist viel die Rede von Qualitätsjournalismus. Der Realitätscheck ernüchtert – dem Fallbeispiel von Stefan Niggemeier ist nichts hinzuzufügen.

Mehr Meinung, weniger Information

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Die radikalen Änderungen in der Medienwelt machen es für die bestehenden Medien überlebensnotwendig, dass sie ein neues Rollenverständnis entwickeln. Diese Notwendigkeit lässt sich auch von den größten Optimisten unter den Medienunternehmern mit Blick auf die wirtschaftliche Bilanz der ersten fünf Monate 2009 in Deutschland nicht mehr leugnen: 12 Prozent weniger Werbung und auch die Auflage sinkt weiter.

Einen Beitrag zu diesem neuen, längst überfälligen Rollenverständnis liefert der Trendforscher Peter Wippermann in einem Interview mit dem Internet-Mediendienst turi2.
Wippermann gibt sich überzeugt,

„dass die menschliche Qualität Dinge zu beurteilen eigentlich die Hauptursache sein wird, dass Leute Printprodukte kaufen.“

Will sagen: In Zukunft werden Tageszeitungen in erster Linie nicht mehr die reinen Daten und Fakten zu einem Ereignis drucken, sondern seine Bewertung im gesellschaftspolitischen Kontext.
Diese Annahme ist durchaus nachvollziehbar: In der Disziplin „breaking news“ – wer bringt aktuelle Informationen am schnellsten unter die Rezipienten – ist die Tageszeitung im Vergleich zum Internet, aber auch zu Radio und Fernsehen, produktionsbedingt im Hintertreffen.
Orientierung geben lautet die Aufgabe. Zusammenhänge aufzeigen, kommentieren – erst das gibt den Lesern die Chance, die Bedeutung eines Ereignisses für sich selber zu begreifen.

Das Streben nach höchsten Auflagen gehöre der Vergangenheit an, ergänzt Wippermann, aber:

„Ich bin ziemlich sicher, dass wir in Zukunft Qualität verkaufen werden. Die Auflagen werden kleiner sein müssen, aber dafür wertiger und viel dichter an den Zielgruppen, viel dichter an jenen, für die diese Inhalte noch Werte darstellen.“

Das ganze Interview mit Peter Wippermann ist hier zu sehen.