In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung malt Marc Fisher, mehrfach ausgezeichneter Redakteur der „Washington Post“, den Teufel an die Wand, was die Zukunft des Qualitätsjournalismus angeht:

„Derzeit ist die berufliche Existenz einer ganzen Journalistengeneration bedroht. Und selbst diejenigen, die ihre Jobs behalten dürfen, verlieren zunehmend an Einfluss. Sie mühen sich mehr ab als je zuvor und haben dadurch weniger Zeit für Qualitätsarbeit. Der Zusammenbruch des klassischen Geschäftsmodells journalistischer Arbeit hat letztlich dazu geführt, dass wir in einer
Welt leben, in der zwar immer mehr Informationen verfügbar sind, sich die professionellen
Berichterstatter aber um ihre Zukunft sorgen müssen. Auf diese Weise nimmt die
Qualität der gesamten Medienberichterstattung stetig ab. Das sollte nicht nur Journalisten Sorgenfalten auf die Stirn treiben, sondern allen Bürgern.“

Auch auf die Frage nach der Zukunft der Tageszeitung hat Fisher in diesem Interview eine klare Antwort – für ihn gibt es keine:

„Ich möchte wirklich nicht übertreiben, aber wenn ich ehrlich bin, wird es nicht einmal mehr fünf Jahre dauern, bis Zeitungen verschwinden. Der Auflagenrückgang beschleunigt diesen Prozess mit einer solchen Geschwindigkeit, dass viele Fachleute in den USA inzwischen von einer „Todesspirale“ sprechen. Wenn man sich darauf einlässt, wird die Beschleunigung noch weiter angefeuert, sprich: Je mehr wir darüber reden, desto schlimmer wird es.“

Und in Europa? In Österreich?

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