Bei Durchsicht der vergangenen Einträge frage ich mich selber, was der Schwerpunkt aufs Sparen in einem Blog überhaupt soll, der sich der der Zukunft des Journalismus verschrieben hat.

Themenverfehlung?

Nein, denn nichts ist Entwicklungen für die Zukunft abträglicher als finanziell schlechte Zeiten. Weil kein Geld für Weiterentwicklung bereit gestellt wird. Im Gegenteil: Die wirtschaftlichen Probleme der Medienunternehmen bedeuten Rückschritt in der journalistischen Arbeit; sie gefährden die Qualität der Berichterstattung und vernichten journalistische Arbeitsplätze.

Zum Beispiel bei der Tribune Company, Eigentümerin von 23 Zeitungen, darunter die Los Angeles Tribune und die Chicago Tribune. Die Company mit 20.000 Mitarbeitern ist mit 13 Milliarden Dollar überschuldet und hat Gläubigerschutz beantragt.

In Detroit werden als Auswirkungen der Finanzkrise Tageszeitungen nur noch an drei Tagen der Woche geliefert.

Auch den elektronischen Medien diesseits des Atlantiks geht es nicht besser: Der ORF (das Unternehmen, bei dem ich arbeite) erwartet für heuer ein Minus von 100 Millionen Euro. Auch der WDR muss der in den kommenden vier Jahren 100 Millionen Euro einsparen.

Welche Konsequenzen der Zwang zum Sparen in den Redaktionen haben kann, darüber hat Der Standard berichtet: „Der US-Onlinedienst Pasadena Now lässt Lokalnachrichten von günstigen Journalisten in Indien verfassen, Gemeinderatssitzungen verfolgen sie per Webcast“, schreibt die Tageszeitung unter Berufung auf das deutsche Nachrichtenmagazin Spiegel. Weiters: Reuters lasse in Indien schreiben, der San Francisco Chronicle lasse sich ganze Beilagen von dort zuliefern.

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