Eigentlich soll es in diesem Blog um die Zukunft des Journalismus gehen; um die Chancen und Herausforderungen, die der Übergang von der analogen Medienwelt der breiten Öffentlichkeit in die digitale Welt der fragmentierten Publika (communities) für die Journalisten bereit hält.

Diese spannende Suche nach und der Diskurs über neue Möglichkeiten der Berichterstattung unter Einhaltung der altbewährten, journalstischen Qualitätskriterien – all dies ist realitätsfremd und naiv, wenn nicht die gegenwärtige Arbeitssituation der Journalisten mit berücksichtigt wird.
Die ist in vielen, wohl in sehr vielen Fällen schwierig bis prekär. Wenn zum Beispiel in Redaktionen planlos gespart wird, ohne dass nämlich Workflows und Arbeitsanfall auf die geringere Menge an Personal und/oder an die niedrigeren Budgets angepasst werden. Um es plakativ zu formulieren: Zwei Redakteure können nicht die gleiche Menge an Berichten mit den gleich hohen Qualitätsansprüchen in der gleichen Zeit produzieren. Das ist logisch, leicht verständlich und wird in den Medienanstalten nicht nur dieses Landes nicht eingesehen. Die Geschäftsführungen verringern Personal, kürzen Budgets und erwarten für die Zukunft dennoch die gleiche Menge an journalistischen Produkten in der selben Qualität wie bisher. Oder die Sparvorgaben in den Redaktionen werden durch den Einsatz von Leiharbeitern erfüllt. Oder von geringer bezahlten Mitarbeitern in ausgelagerten Unternehmen.

Diese Debatte ist längst keine akademische Auseinandersetzung mehr über wünschenswerte Verhältnisse. Journalisten selber beschreiben vielmehr Outsourcing neben schlechter Ausbildung als größte Gefahr für unseren Berufsstand.

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