Umwegrentabilität dürfte eine der Ansprüche sein, die Investoren in Second Life aus der realen Welt importiert haben dürften. So mutet jedenfalls die Aussage von Hotelier Wolfgang Burgschwaiger heute beim IT-Businesstalk der Landesforschungsgesellschaft Salzburg Research und von nic.at an, er werde das „First Spa Hotel“, die virtuelle Filiale seines Wellnesshotels „Übergossene Alm“ Ende Juni schließen.

Beflügelt durch Medienberichte, dass in Second Life pro Tag eine Million echte Dollar umgesetzt würden (Angaben, die mittlerweile übrigens bereits wieder bezweifelt werden), ließ sich Hotelier Burgschwaiger vor Monaten die virtuelle Version seines Hotels bauen: Zwei Zimmer zum Preis von je 100 Lindendollar werden angeboten, den Spa-Bereich betreuen User gegen Entlohnung. Die einmaligen Kosten beziffert der Hotelier mit rund 2000 Euro, die monatlichen Kosten mit 500 bis 700 Euro.

Der Nutzen für den Hotelier entstand vor allem durch die Berichterstattung über das Hotel in der virtuellen Welt. Den Werbewert der Medienberichte beziffert Wolfgang Burgschwaiger mit rund 100.000 Euro.

Aber die eigentlichen wirtschaftlichen Erwartungen erfüllten sich nicht: Die Präsenz in Second Life brachte dem Wellnesshotel in Dienten im Salzburger Land nach eigenen Angaben keine zusätzlichen Gäste. Daher sperrt Hotelier Burgschwaiger das virtuelle Hotel zu: Der Medienhype ist abgeflaut; Second Life meldete im April 2007 zwar eine Million neue User – aber nur 100.000 User sind auch nach einem Monat noch aktiv; vor allem wollen ist Second Life für die User kein Ersatz für die echte Welt – sie wollen sich in Second Life vor allem unterhalten.

Hotelier Burgschwaiger wird sein virtuelles Hotel nach nur wenigen Wochen wieder zusperren, auch wenn er am Ende seines Vortrags eine Prognose der Gartner Group nannte: „„80 % aller aktiven Internet-Nutzer werden im Jahr 2011 eine zweite virtuelle Identität wie in Second Life besitzen.“

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