Was Uschi Fellner, gemeinsam mit ihrem Mann Wolfgang und Werner Schima im Herausgeber-Team, Anfang Juni im Zigarrenklub Salzburg über die neue Tageszeitung „Österreich“ – sie soll ab 18. September erscheinen – berichtete, war für den aufmerksamen Medienkonsumenten nicht neu. Die Daten & Fakten sind schon allenthalben nachzulesen.

Allerdings war interessant, die Genese des ersten neuen Tageszeitungsprojektes in Österreich aus erster Hand (oder erstem Mund? – auf jeden Fall: unmittelbar) zu erfahren. Mein Interesse galt vor allem dem redaktionelle Konzept, dass mehr umfasst als die Produktion einer herkömmlichen Tageszeitung.

Laut Uschi Fellner bietet „Österreich“ drei Zeitungen in einer:

Redaktionelles Kernstück ist ein konvergenter Newsroom mit 200 Redakteurinnen und Redakteuren, von denen die Tageszeitung und das Onlineportal mit Inhalten beliefert werden. Die Tageszeitung holt die Leser beim Frühstück ab und begleitet sie mit Informationen via Handy (SMS) sowie übers Internet durch den Tag. So sprach Mit-Herausgeberin Fellner. Das gängige Konvergenz-Modell, wie es von Stephen Quinn beschrieben und z.B. bei der „Tampa Tribune“ in Florida bereits seit Jahren praktiziert wird, müsste nur noch um einen Fernsehsender erweitert werden, der von diesem Newsroom ebenfalls mit Nachrichten versorgt wird: „Das ist mittelfristig geplant“, antwortete Uschi Fellner auf Anfrage.

Wenn sich die Ankündigungen, wie sie in guter Marketingmanier von den Betreibern des 50-Millionen-Euro-Projekts vorab gemacht werden, bewahrheiten, dann wird „Österreich“ nicht nur eine neue Tageszeitung, sondern das erste Beipsiel eines konvergenten Mediums in diesem Land. In der Praxis sollte sich dann zeigen, ob dieses Modell tatsächlich fürs Überleben der „klassischen Massenmedien“ in einer Zukunft mit fragmentierten Publika, mit Multimedialität, mit ständigen Verfügbarkeit von Information, mit Beteiligung der Rezipienten am Produktionsprozess, etc. taugt.

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